Milch-Wissen

Das große Milch-Gesundheits-ABC



Ernährungswissenschaftler auf der ganzen Welt sind sich einig: Milch ist ein Tausendsassa der gesunden Ernährung. Trotz einer jahrhundertealten Tradition in der Erforschung des weißen Lebenselixiers finden Experten immer neue Erkenntnisse.

A wie Abnehmen


Milch und Milchprodukte unterstützen wirkungsvoll das Abnehmen. Professor Michael B. Zemel, Ernährungswissenschaftler an der Universität von Tennessee, Knoxville, hat herausgefunden, dass Milch den Fettanteil im Körper reduziert und die Fettzellen davon abhält, einen Teil der während der Mahlzeit aufgenommenen Nahrungsfette zu speichern. Marta van Loan von der California-Universität in Davis zeigte in ihrer Studie auf, dass übergewichtige Menschen bei einer kalorienreduzierten Ernährung in Kombination mit kalziumreichen Milchprodukten besonders schnell Fett abbauen.

... wie Asthma


Niederländische Forscher haben in einer Studie festgestellt, dass ein Glas Milch pro Tag Kleinkinder wirksam vor Asthma schützen kann. Die Wissenschaftler des National Institute of Public Health and the Environment in Bilthoven hatten im Rahmen einer Langzeitstudie die Ernährungsdaten von 2.978 Kindern im Alter von zwei Jahren erhoben. Als die Kinder drei Jahre alt waren, wurden sie auf Asthmasymptome wie keuchenden Husten untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Kinder, die täglich Vollmilch und Butter zu sich nahmen, seltener an Asthma litten als Kinder, die eher darauf verzichteten. Laut dieser Studie wirkt vor allem das Milchfett vorbeugend gegen Asthma. Daher haben auch andere Milchprodukte wie Quark oder Joghurt einen schützenden Effekt.

B wie Blasenentzündung


Milchprodukte und frische Fruchtsäfte beugen Blasenentzündungen vor. Zu diesem Schluss kommt Tero Kontiokari von der Universität Oulu (Finnland) in einer Studie, bei der 139 Frauen mit akuten Harnwegsinfektionen und 185 beschwerdefreie Probandinnen untersucht wurden. Dabei zeigte sich bei Frauen, die mindestens dreimal wöchentlich Milchprodukte zu sich nahmen, ein um 80 Prozent geringeres Risiko für eine solche Infektion.

... wie Blutfette


Eine Untersuchung der Universität von Uppsala in Schweden beweist, dass bei steigendem Konsum von Milchfett der Blutfettspiegel sinkt. 93 Jungen und Mädchen mussten über sieben Tage ein Ernährungsprotokoll führen und detaillierte Angaben über ihre körperlichen Aktivitäten machen. Anschließend wurde ihr Blut untersucht. Das Ergebnis: Jugendliche, die viel Milch und Milchprodukte zu sich nahmen, hatten bessere Blutfettwerte als ihre Altersgenossen, die nur wenig von diesen Nahrungsmitteln konsumierten.

D wie Durchfall


Bei Durchfall soll viel getrunken werden, um die verlorene Flüssigkeit zu ersetzen. Nach einer neuen Studie aus den Niederlanden ist Milch ideal, wenn es sich um eine bakterielle Infektion und nicht um eine Darmgrippe handelt. Das Kalzium in der Milch hilft dem Körper, die Bakterien zu bekämpfen, die dem Darm zu schaffen machen.

E wie Eiweiß


Das Eiweiß der Milch liefert ein breites Spektrum an unentbehrlichen Aminosäuren und ist deshalb für den Aufbau von Körperzellen und insbesondere der Muskulatur besonders geeignet.
Besonders die Arminosäure Leucin schützt den Muskel im Rahmen einer Diät vor dem Abbau. Und das ist wichtig, weil Muskeln unser Fett verbrennen und damit den Grundumsatz bestimmen.

F wie Fettgehalt


Das gut verdauliche Milchfett Lecithin ist ein Aufbaustoff für Nerven und Gehirn. Es besteht aus winzigen Tröpfchen, die im Darm besonders schnell aufgenommen und ins Blut übertragen werden. Anschließend wird es zum Beispiel in die Zellwände eingebaut. Auch Hormone bestehen aus Milchfett.

H wie Herz


Wer jeden Tag Milchprodukte zu sich nimmt, hat ein um 22 Prozent vermindertes Herzinfarktrisiko, so das Studienergebnis einer italienischen Forschungsgruppe zum Milchkonsum von Menschen im Alter zwischen 25 und 79 Jahren. Damit räumen die Wissenschaftler mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass vor allem vollfette Milchprodukte auf Grund ihres Fettgehalts und ihrer relativ hohen Mengen an cholesterinsteigernden gesättigten Fettsäuren das Herzinfarktrisiko erhöhen. Zudem beugt Milch einem der Hauptrisiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den so genannten schlechten Cholesterinen, vor. Denn die in der Milch enthaltenen Vitamine Folsäure, B12 und B6 schützen hiervor wirksam. Zudem helfen spezielle Milcheiweiße, diese Vitamine an sich zu binden und vor einem Abbau im Darm zu schützen. Ihre Aufnahme ins Blut wird so gefördert.

K wie Kalzium


Der Mineralstoff ist in Milch reichlich vorhanden. Er ist Baustoff für Knochen und Zähne und unterstützt die Osteoporoseprävention. Zusätzlich fördert er die Muskelfunktionen. Siehe auch W wie Wachstum.

... wie Karies


Milch wirkt doppelt gut für die Zähne: Schweizer Wissenschaftler haben herausgefunden, dass nicht nur Kalzium für gesunde Zähne sorgt, sondern auch bestimmte Milcheiweiße. Sie verhindern, dass sich gefährliche Kariesbakterien auf der Zahnoberfläche ansiedeln. Milch ist damit ein idealer Kariesschutz.

L wie Laktose


Laktose (Milchzucker) ist als Zweifachzucker der wichtigste Energielieferant aus der Milch. Laktose wird während der Verdauung in seine beiden Einfachzucker Galaktose (Schleimzucker) und Glukose (Traubenzucker) aufgespaltet. Im Gegensatz zu anderen Zuckern wird Laktose nur langsam freigesetzt und schützt so vor Heißhungerattacken. Zudem trägt Laktose zu einer gesunden Darmflora bei. Manche Menschen vertragen keinen Milchzucker, sie sind laktoseintolerant. Die Auswahl an laktosefreien Milchprodukten wird jedoch zunehmend größer.

V wie Vitamine


Milch ist reich an Vitaminen. Sie enthält sowohl die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K als auch die wasserlöslichen Vitamine C, B1, B2, B6 und B12, die der Körper nicht oder nur in geringem Umfang bilden kann. Sie sind bedeutend für die Blutbildung und das gesamte Nervensystem.

W wie Wachstum


Für Kinder und Jugendliche, die noch im Wachstum sind, ist der regelmäßige Konsum von kalziumreichen Milchprodukten für den Aufbau einer robusten Knochenstruktur unerlässlich. Wie wichtig eine ausreichende Versorgung mit dem Mineralstoff ist, zeigt eine Studie aus den USA. Dort untersuchte Dr. Grace Wyshak (Harvard Universität, Boston) bei 460 Mädchen den Zusammenhang zwischen Knochenbrüchen und Trinkgewohnheiten. Die Studie ergab, dass sich das Risiko eines Knochenbruchs verdreifacht, wenn statt Milch süße Erfrischungsgetränken konsumiert werden.